Bettwäsche - wann wechselt man sie?
Wie oft sollte man Bettwäsche wechseln?
Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett. Umso erstaunlicher ist es, dass beim Thema Bettwäschewechsel keine Einigkeit herrscht. Reicht es, die Bezüge einmal im Monat zu waschen, oder sollte dies besser wöchentlich geschehen?
Auch wenn es mit bloßem Auge nicht erkennbar ist: Der Mensch verliert täglich rund ein Gramm Hautschuppen – auch während des Schlafs. Hinzu kommen Schweiß, Hautfette und Haare, die sich Nacht für Nacht in der Bettwäsche ansammeln. Werden Laken und Bezüge regelmäßig gewechselt, ist das zunächst unproblematisch. Bleiben sie jedoch über längere Zeit auf dem Bett, können sich Hausstaub und Hausstaubmilben vermehren – mit möglichen Folgen für die Gesundheit, insbesondere bei Allergikern.
Hausstaub besteht größtenteils aus menschlichen Haaren und Hautschuppen sowie aus Fasern von Kleidung und Schuhen. Zusätzlich gelangen Partikel von außen in die Wohnung, etwa Pollen, Ruß oder Reifenabrieb. Für sich genommen ist Hausstaub in der Regel harmlos – auch dann, wenn er sich in der Bettwäsche ansammelt.
Zum eigentlichen Problem werden jedoch Hausstaubmilben. Sie ernähren sich von den organischen Bestandteilen des Staubs und finden im Bett ideale Lebensbedingungen: ausreichend Nahrung, Wärme und Feuchtigkeit. Die Milben selbst sind für den Menschen ungefährlich, ihr Kot zählt jedoch zu den häufigsten Auslösern allergischer Erkrankungen.
Die Ausscheidungen zerfallen in feinste Partikel, die allergene Stoffe enthalten, darunter bestimmte Verdauungsenzyme der Milben. Werden sie eingeatmet, können typische Symptome auftreten: juckende oder tränende Augen, eine verstopfte Nase oder Husten. In schweren Fällen kann sich daraus eine Hausstaubmilbenallergie entwickeln, die bis zu Atemnot oder allergischem Asthma führen kann.
Milben lassen sich nur reduzieren, nicht beseitigen
Wer glaubt, durch häufiges Waschen der Bettwäsche ein milbenfreies Bett zu erreichen, irrt. Ziel könne lediglich sein, die Milbenbelastung zu verringern. Dafür gebe es zwei grundlegende Ansätze: einen häufigeren Wechsel der Bettwäsche oder den Einsatz spezieller Textilien, die das Eindringen der Milben erschweren.
Empfohlen werden Bettbezüge aus Baumwolle oder Leinen, da diese vergleichsweise dicht gewebt sind und Milben sich weniger leicht einnisten können. Zusätzlich gibt es spezielle Allergikerbettwäsche mit besonders feiner Webstruktur, die als Barriere gegen die Tiere dient.
Dabei sollte nicht vergessen werden: Hausstaubmilben leben nicht nur im Bett. Auch Teppiche, Vorhänge oder andere Textilien im Schlafzimmer bieten ihnen Lebensraum. Wer die Belastung reduzieren möchte, sollte daher auf unnötige Stoffe im Schlafraum verzichten.
Bakterien und Pilze meist kein Problem
Hinsichtlich weiterer hygienischer Risiken gibt der Experte Entwarnung. Unter normalen Bedingungen stellten weder Bakterien noch Pilze in der Bettwäsche ein relevantes Problem dar, erklärt Walger. Bakterien vermehrten sich im Bett nicht aktiv, sondern könnten höchstens durch den Menschen selbst eingetragen werden – etwa aus medizinischen Einrichtungen.
Problematisch könne dies vor allem für Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko sein, etwa bei offenen Wunden, frischen Operationsnarben, Geschwüren oder liegenden Kathetern. In solchen Fällen könne kontaminierte Bettwäsche eine Quelle für eine erneute Besiedlung darstellen.
Auch Pilze spielten im privaten Umfeld kaum eine Rolle. „Pilze entstehen in Wohnungen vor allem bei Feuchtigkeit, nicht in trockener Bettwäsche“.
Wie oft ist ein Wechsel sinnvoll?
Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht. Die Häufigkeit des Bettwäschewechsels hängt von individuellen Faktoren ab. Menschen mit einer Hausstauballergie und starkem Leidensdruck können davon profitieren, ihre Bettwäsche ein- bis zweimal pro Woche zu wechseln. Auch Nachtwäsche sollte dabei mitgewaschen werden.
Für Menschen ohne Allergie genügt in der Regel ein Wechsel alle 14 Tage. Aus gesundheitlicher Sicht seien auch längere Abstände meist unbedenklich. Letztlich spielten persönliche Hygienebedürfnisse eine entscheidende Rolle.
Für wen häufigeres Waschen nötig ist
Anders sieht es bei Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko aus. Für sie ist ein zweiwöchiger Wechsel zu selten. In diesen Fällen wird ein wöchentlicher Wechsel der Bettwäsche empfohlen.
Eine besondere Situation liegt bei einer MRSA-Besiedlung vor. Hier raten Fachleute zu einem täglichen Wechsel der gesamten Bettwäsche über einen Zeitraum von fünf bis sieben Tagen, kombiniert mit täglicher Ganzkörper- und Haarwäsche sowie dem Einsatz von Einmalartikeln.
Bettwäsche richtig reinigen
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, Bettwäsche ebenso wie Handtücher, Waschlappen, Unterwäsche sowie Putz- und Spültücher bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen. Verwendet werden sollte ein bleichmittelhaltiges Vollwaschmittel, um Keime zuverlässig zu entfernen.